Beitrag: Glauben in Zeiten des weltweiten Artensterbens
Christuskirche, links die Evangl. Stadtakademie

Das schwierige Verhältnis von Theologie und Klimakrise steht im Mittelpunkt einer Diskussion am Westring. Die Veranstaltung bietet neue Denkansätze für Krisenzeiten.

Die Frage ist vermutlich so alt wie die Menschheit, und jede Generation stellt sie vor ihrem Erfahrungshorizont neu. Wie kann Gott Leid und Tod zulassen, wie kann Gott im 21. Jahrhundert das Artensterben und die Klimakatastrophe zulassen? Und welche Antworten bietet hier die Theologie an? Darüber referiert und diskutiert am kommenden Dienstag (9.6.) die Bochumer Fundamentaltheologin Prof. Dr. Julia Enxing ab 19.15 Uhr in der Evangelischen Stadtakademie am Westring 26c. Dieser Abend verspricht eine tiefgehende Auseinandersetzung mit den drängendsten Fragen unserer Gegenwart.

Julia Enxing spricht in der Evangelischen Stadtakademie Bochum

Unter dem Thema „Visionen einer Theologie der Mitgeschöpflichkeit“ zeigt Prof. Enxing auf, wie die Botschaft der Theologie in dieser Zeit einer bedrohten Schöpfung lautet bzw. lauten könnte? Wie kann ihr Beitrag zu einem lebensfreundlichen und solidarischen Miteinander aller Geschöpfe aussehen? Die renommierte Wissenschaftlerin bringt für diese komplexe Fragestellung eine enorme Expertise aus ihrer jahrelangen Forschungsarbeit mit an die Ruhr. Das Publikum darf sich auf einen fundierten Vortrag freuen, der die Brücke zwischen uralten Dogmen und moderner Ökologie schlägt.

Seit April 2024 ist Julia Enxing Inhaberin des Lehrstuhls für Fundamentaltheologie an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Ruhr-Universität. Zuvor war sie fünf Jahre lang Professorin für Systematische Theologie am Institut für Katholische Theologie der Technischen Universität Dresden. Außerdem war sie von 2022 bis 2024 Sprecherin beim „Wort zum Sonntag“. Ihre Forschungsinteressen liegen u.a. in den Bereichen: Schöpfungstheologien; Tiertheologie; Prozesstheologie; Sexismus und Rassismus. Durch ihre Medienpräsenz versteht sie es besonders gut, komplexe theologische Inhalte einem breiten Publikum verständlich zu machen.

Schöpfung bewahren an der Ruhr Universität Bochum

2022 erschien ihr Buch „Und Gott sah, dass es schlecht war. Warum uns der christliche Glaube verpflichtet, die Schöpfung zu bewahren“ (Kösel Verlag). Das Werk gilt als wichtiger Meilenstein in der aktuellen Debatte um die Verantwortung der Kirchen beim Umweltschutz. Der Abend am Westring bietet die perfekte Gelegenheit, um mit der Autorin persönlich über diese Thesen zu diskutieren. Gerade im urbanen Ruhrgebiet gewinnt die Frage nach grünem Leben und Nachhaltigkeit stetig an Bedeutung.

Die Kosten für den Abend betragen 5 Euro, ermäßigt 3 Euro. Für alle, die studieren oder Grundsicherung beziehen, ist der Eintritt frei. Diese soziale Staffelung der Preise ermöglicht eine breite gesellschaftliche Teilhabe an der wichtigen Debatte. Nach dem Vortrag wird die Runde für Fragen und Diskussionsbeiträge aus dem Publikum geöffnet. Die Evangelische Stadtakademie setzt damit ein klares Zeichen für den offenen Dialog im Herzen der Stadt.

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