
Derbytime in Bochum
Der Aufstiegskrimi der Oberliga Westfalen ist entschieden: Die 09er lassen am Stimberg vor 2.324 Zuschauern nichts anbrennen, feiern ein Schützenfest und buchen das Ticket für die Regionalliga West 2026/2027.
Großer Jubel und grenzenlose Erleichterung in Bochum-Wattenscheid: Die SG Wattenscheid 09 ist offiziell zurück in der Regionalliga West! Am Sonntagnachmittag verwandelten die Schwarz-Weißen das Stimberg-Stadion der SpVgg Erkenschwick in eine einzige Aufstiegsparty. Vor 2.324 Zuschauern siegte das Team von der Lohrheide nach einer berauschenden Offensivleistung hochverdient mit 5:1 (4:0) und machte den langersehnten Sprung in die Viertklassigkeit perfekt. Da zeitgleich auch Westfalia Rhynern patzerfrei blieb, stehen die Aufsteiger fest, während der ASC Dortmund das Nachsehen hat.
In der kommenden Spielzeit 2026/2027 wartet auf die Fußballfans im Ruhrgebiet damit unter anderem ein packendes, echtes Bochumer Stadtderby: Die SGW misst sich dann in der Regionalliga mit dem frisch formierten VfL Bochum II.
Erste Halbzeit: Wattenscheid fegt wie ein Wirbelwind über den Stimberg
Der Anstoß verzögerte sich aufgrund eines riesigen Fan-Ansturms am Einlass um 15 Minuten – doch als der Ball rollte, legte Wattenscheid sofort den Vorwärtsgang ein. Erkenschwick hatte zwar in der 6. Minute die Riesenchance zur Führung, als ein Schuss von Biancardi auf der Linie geklärt werden musste, doch danach spielten nur noch die Gäste.
In der 12. Minute brach der Bann: Der überragende Nnaji tankte sich auf links durch, bediente das Zentrum, und nach einigem Hin und Her schaltete Wortmann am schnellsten und staubte zum 1:0 ab. Der Treffer gab den 09ern spürbar Rückenwind. In der 31. Minute drückte Buckmaier im Erkenschwicker Strafraum nach, dessen Hereingabe fälschte Jordan höchst unglücklich zum 2:0 ins eigene Netz ab.
Wattenscheid spielte sich nun in einen Rausch, während Erkenschwick komplett überfordert wirkte. Nur sechs Minuten später legte Heim-Verteidiger West den enteilten Nnaji im Strafraum – Elfmeter! Nnaji trat selbst an, blieb eiskalt und schob unten links zum 3:0 ein (38.). Auf den Rängen hallte es da längst lautstark „Nie mehr Oberliga!“ durch das Stadion. Kurz vor dem Pausenpfiff nutzte Nnaji einen Abwehrfehler nach einem Einwurf, verlud den letzten Verteidiger und markierte den 4:0-Halbzeitstand (43.).
Thaqi kontert Erkenschwicker Ehrentreffer
Nach dem Seitenwechsel kamen die Gastgeber bemühter aus der Kabine und suchten den Weg nach vorn. In der 62. Minute wurden die Bemühungen belohnt: Nach einer feinen Kombination über Koniuchenko schweißte der Erkenschwicker Joker Matena den Ball humorlos zum 1:4-Anschlusstreffer ins linke Eck.
Wer dachte, Wattenscheid würde nun noch einmal ins Zittern geraten, sah sich nur wenige Minuten später eines Besseren belehrt. Nach einer punktgenauen Ecke stieg Thaqi im Strafraum völlig unbedrängt hoch und stellte per Kopf den alten Vier-Tore-Abstand zum 5:1 wieder her (68.).
Wermutstropfen durch Nnaji-Verletzung
Die restlichen Minuten plätscherten bei hochsommerlichen Temperaturen ohne große Nachspielzeit dahin. Überschattet wurde die Schlussphase allerdings von einer bitteren Szene: Doppeltorschütze Nnaji blieb in der 71. Minute ohne gegnerische Einwirkung mit Schmerzen am Boden liegen und musste humpelnd ausgewechselt werden.
Dem anschließenden Jubel tat dies beim Abpfiff durch den Unparteiischen jedoch keinen Abbruch mehr. Spieler, Trainer und die mitgereisten Fans lagen sich in den Armen und feierten den verdienten Lohn einer starken Saison.
