Beitrag: Bochum Rebels chancenlos gegen Siegens US-Importe
Coin Toss durch Bochums Oberbürgermeister Jörg Lukat

(c) Sebastian Sendlak

Gegen den hochkarätig besetzten Favoriten halten die Rebels eine Halbzeit lang mit viel Herzblut dagegen. Am Ende fehlt in der Oberliga der längere Atem – und es entbrennt eine Grundsatzdebatte.

Es war das erwartet schwere und ungleiche Duell in der American-Football-Oberliga: Die Bochum Rebels mussten am Wochenende eine herbe Heimniederlage einstecken und unterlagen den Siegen Sentinels auf eigenem Platz deutlich mit 0:51. Für die Bochumer Footballer ist dies bereits die dritte Pleite in der laufenden Saison. Doch das nackte Ergebnis spiegelt nur die halbe Wahrheit eines Spiels wider, das im Nachgang eine heftige Grundsatzdebatte über die Personalpolitik in den deutschen Amateurligen entfacht hat.

Den Coin Toss führte Bochums Oberbürgermeister Jörg Lukat durch.

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Erste Halbzeit: Rebels ärgern den NFL-erprobten Gegner

Die Gäste aus dem Siegerland reisten mit enormem qualitativem Geschütz im Ruhrgebiet an. Gleich vier hochkarätige US-Importspieler standen im Kader der Sentinels – darunter ein absoluter Ausnahmeathlet, der in seiner Vita sogar Einsätze im Practice-Squad des legendären NFL-Teams der Cleveland Browns vorweisen kann. Dass solche Profis auf Oberliga-Niveau dennoch zu bändigen sind, bewiesen die Bochum Rebels in einer bemerkenswerten ersten Halbzeit.

Mit einer taktisch glänzend eingestellten Defensivreihe und unbändigem Kampfgeist stoppte das Bochumer Team den favorisierten Gegner mehrfach frühzeitig. Der Frust bei den Gästen saß im ersten Durchgang tief: Das Trainerteam der Sentinels musste an der Seitenlinie mehrfach lautstarke Ansagen an die eigene Mannschaft richten, weil die Rebels den Spielfluss der Profis empfindlich störten. In dieser Phase blitzte die individuelle Klasse der Siegener US-Akteure nur zeitweise und punktuell auf.

Einbruch nach der Pause: Strafen und Kondition entscheiden

Im zweiten Durchgang mussten die Rebels der enormen körperlichen Anstrengung jedoch Tribut zollen. Bochum brach sportlich und konditionell ein. Begünstigt wurde der deutliche Vorsprung der Gäste zudem durch zahlreiche Spielunterbrechungen und vermeidbare Strafen, die den Rebels jeglichen Rhythmus nahmen. Am Ende setzten sich der deutlich längere Atem und die unbestreitbare Klasse des Siegener Kaders durch, was das Ergebnis im Minutentakt in die Höhe schraubte.

Trainerstab kritisiert „Import-Wahn“ in der Amateurliga

Nach dem Abpfiff saß die Enttäuschung über die Höhe der Niederlage tief, doch der Fokus der Bochumer richtete sich schnell auf das strukturelle Problem der Liga. Aus dem Trainerteam der Rebels gab es nach dem Spiel deutliche und kritische Worte in Richtung der Verbandsstrukturen: „Wir spielen in Bochum ganz bewusst ohne bezahlte Import-Spieler aus Übersee. Und genau das ist aktuell das große Problem der gesamten Liga: In solchen unteren Spielklassen wie der Oberliga sind US-Importe einfach absolut nicht normal.“

Während die Rebels weiterhin auf solide, lokale Nachwuchsarbeit und echten Amateursport setzen, verzerren Teams mit Profi-Importen zunehmend den sportlichen Wettbewerb. Für die Bochumer heißt es nun: Mund abwischen, die positiven Ansätze aus der ersten Halbzeit mitnehmen und im nächsten Spiel gegen einen Gegner auf Augenhöhe die ersten Punkte der Saison einfahren.

Die Rebels haben nun zwei Auswärtsspiele in Folge: In Kachtenhausen tritt das Team am 7. Juni an, bei den Dortmund Giants gibt es das Derby 2.0 am 27. Juni. Am 11. Juli kommen die Lüdenscheid Lightnings an den Schultenhof.

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