
VfL Bochum 1848 vs. Hannover 96
(c) Sebastian Sendlak
VfL Bochum kämpfte und punktete gegen Aufstiegsaspiranten Hannover 96
Das VONOVIA-Ruhrstadion war heute zum letzten Mal Austragungsort eines Heimspiels des VfL Bochum, denn der Vertrag mit dem Namensgeber läuft turnusgemäß am 30. Juni aus. Am vorletzten Spieltag der Saison traf Bochum auf Hannover. Dabei gab es noch mal ein „volles Haus“, denn das Stadion an der Castroper Straße war wieder ausverkauft, inklusive über 2.700 Gästefans. Am Ende gab es ein 1:1‑Unentschieden, was die Aufstiegsambitionen der Gäste aus Hannover dämpfte und zugleich den 41. Punkt, für den bereits vor dem Abstieg geretteten VfL Bochum brachte. Dies war vor allem einer kämpferischen Leistung „ohne Ballast auf dem Rücken“ geschuldet.
Der VfL Bochum verabschiedete vor dem letzten Heimspiel elf Spieler, die den Verein zum Saisonende verlassen, darunter Kapitän Bero, „Aufstiegsheld“ Masovic, den „Bochumer Jungen“ Vogt und Leihspieler wie Oneyka, Afa-Ruprecht und Marshall. Ein Vorzeichen für den großen personellen Wechsel, der beim VfL im Sommer ansteht.
Die favorisierten Gäste aus Hannover setzten von Beginn an auf frühes Pressing. Den ersten Abschluss des Spiels hatten die Gastgeber aus Bochum (Kwarteng, 4. Minute). VfL – Chefcoach Uwe Rösler musste personell früh umstellen. Denn nach einem Zweikampf musste Pannewig verletzt ausgewechselt werden (15. Minute), an seiner Stelle kam Wätjen ins Spiel. Hannover bestimmte erwartungsgemäß das Spiel. Zwingende Aktionen vor dem Bochumer Tor gab es bisher allerdings nicht. Stattdessen versuchte es Kwarteng erneut aus der zweiten Reihe (20. Minute).
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Facebook. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Dann kam Hannover zu einem Freistoß aus aussichtsreicher Position, den Bundu aber verzog (23. Minute). In den Folgeminuten musste Hannovers Noll zwei Mal weit aus seinem Tor herauseilen, um VfL‑Angriffe zu stoppen. Zudem verpasste Källmann eine Flanke von Bundu vor dem Bochumer Tor (30. Minute). Acht Minuten später hatte Oneyka eine gute Schusschance für Bochum, traf aber nur das Außennetz. Und in der 44. Minute versprang Kwarteng der Ball kurz vor dem Abschluss im Strafraum.
In der vierminütigen Nachspielzeit machte Hannover noch mal Druck, aber es blieb beim 0:0 zur Halbzeit, in der die Gäste ihre Bundesliga-Ambitionen kaum zur Geltung bringen konnten und die Hausherren eine ordentliche Leistung gegen den Favoriten aus Niedersachsen ablieferten.
Keine Tore zur Halbzeit – Bochum hatte bessere Chancen
Zu Beginn der zweiten Halbzeit wechselten beide Mannschaften. Auf Bochumer Seite kommt Alfa-Ruprecht für Myoshi ins Spiel, auf Hannover-Seite kamen Saad für Bundu und Oudenne für Thordarson ins Spiel. Die Auswechslungen beflügelten vor allem das Spiel der Gäste, die in der 50. Minute durch Nawrocki die Führung erzielten. Doch Bochum steckte nicht auf: In der 52. Minute reichte es noch nicht, aber in der 55. Minute gelang dem eingewechselten Alfa-Ruprecht ein „Tor des Monats“ (Stadionsprecher Michael Wurst) zum viel umjubelten Ausgleich (1:1). In der 61. Minute kam für den heute auffällig spielenden Kwarteng auf Bochumer Seite Holtmann neu ins Spiel. Und seine Einwechslung sorgte für neuen Schwung für das Angriffsspiel des VfL.
Nach dem Ausgleich wurde Hannover wieder aktiver und die Bochumer Abwehr und Torhüter Horn bekamen reichlich Arbeit. Die Nummer 1 im Tor des VfL rettete in der 70. Minute stark aus kurzer Distanz gegen Aseko Nkilli, der es allerdings aus abseitsverdächtiger Position versuchte. In der 75. Minute übernahm der eingewechselte Vogt, der unter der Woche sein Karriereende nach der Saison bekannt gegeben hat, die Kapitänsbinde. Drei Minuten später hat Holtmann eine sehenswerte Torchance (78. Minute), danach startete Hannover ein Powerplay im VONOVIA-Ruhrstadion, das heute mit 26.000 Zuschauern erneut ausverkauft war. Drei Minuten vor Schluss der regulären Spielzeit verzog Oudenne knapp vor dem Bochumer Tor. Auf der anderen Seite war Holtmann vor dem Hannoveraner Tor zu eigensinnig (89. Minute) und Vogt (90+1) verpasste in seinem letzten Heimspiel im VfL‑Trikot knapp.
In der Nachspielzeit mussten die Bochumer Fans sechs Minuten bangen, bis Schiedsrichter Kampka abpfiff. Denn der Punkt gegen Aufstiegsaspiranten Hannover 96 war ein hartes Stück Arbeit für den VfL Bochum. Durch eine kämpferische und leidenschaftliche Leistung holt Bochum im letzten Heimspiel den 41. Punkt der Saison und setzt sich vor Kiel auf Platz 10 der Tabelle. Auch in der nächsten Saison wird der VfL Bochum in der 2. Bundesliga spielen, Hannover 96 wohl auch. Die Niedersachsen konnten heute ihre Bundesligareife in weiten Teilen nicht unter Beweis stellen. Auch wenn sie über 2.700 Gäste-Fans lautstark im VONOVIA‑Ruhrstadion unterstützt haben.
„Der Rucksack ist abgefallen“
In der Mix-Zone sagten die Spieler Alfa-Ruprecht (kehrt nach der Saison nach Bayer Leverkusen zurück) und Kevin Vogt, dass nach dem Klassenerhalt in Bielefeld „der Rucksack abgefallen ist“ und „wir freier spielen konnten“. Das Ergebnis war ein kämpferischer und leidenschaftlicher Auftritt des VfL „gegen eine der besten Mannschaften der Liga“ (Vogt).
„Alles auf dem Platz gelassen“
VfL – Chefcoach Uwe Rösler betonte in der Pressekonferenz nach dem Heimspiel:
„Wir haben alles auf dem Platz gelassen, ein großes Kompliment an meine Mannschaft. (…) Wir können gut mit dem Unentschieden leben und wir haben uns ordentlich von den Fans verabschiedet.“ Auf Bochum-Journal-Anfrage sprach Rösler ein Lob an die blau-weißen Fans aus: „Die Fans sind super, deshalb bin ich auch hierhergekommen. Ich brauche die Leidenschaft. Wir müssen den Fans nur versprechen, dass wir im nächsten Jahr nicht wieder in die Situation kommen.“
Im Rückblick auf die Saison sagte Uwe Rösler: „Ich bin stolz auf meine Mannschaft, aber wir wollen nicht wieder in die Situation kommen. Dafür brauchen wir mehr Konstanz und passende Spieler.“ Auf die Recruiting-Abteilung des VfL wartet im Sommer daher viel Arbeit, denn es gilt, elf Abgänge zu ersetzen.
Zuvor wartet auf die Mannschaft von Uwe Rösler noch das letzte Saisonspiel am Samstag, 17. Mai (15:30 Uhr), in Karlsruhe. „Wir wollen da gewinnen“, sagte Kevin Vogt.
