
Eröffnung des Pocket-Parks an der Oskar-Hoffmann-Str.
)c) Sebastian Sendlak
Bochum verwandelt eine ehemals versiegelte Fläche in einen lebendigen Treffpunkt. Der neue Pocket Park an der Franz-Vogt-Straße bietet Entspannung und essbare Natur für das Quartier.
Zwischen der Oskar-Hoffmann-Straße und der Franz-Vogt-Straße ist Bochums mittlerweile fünfter Pocket Park entstanden. Auf einer Fläche von rund 1.400 Quadratmetern finden Anwohnende nun Raum zum Spielen, für Gespräche oder zur Erholung im Grünen. Oberbürgermeister Jörg Lukat gab die Anlage am Donnerstag, den 30. April, offiziell für die Öffentlichkeit frei. Das Projekt ist ein direktes Ergebnis der „Bochum-Strategie“ und wurde unter intensiver Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger aus dem direkten Umkreis geplant. Durch die Zusammenarbeit von Stadtverwaltung, Wissenschaft und Bürgerschaft ist aus einem einst grauen Ort ein wertvolles Kleinod für die Nachbarschaft geworden.
Moderne Stadtentwicklung mit hoher Lebensqualität
„Der Pocket Park zeigt, wie moderne Stadtentwicklung in Bochum funktioniert: gemeinsam mit den Menschen vor Ort, nachhaltig und mit Blick auf echte Lebensqualität“, erklärte Oberbürgermeister Jörg Lukat bei der Eröffnung. Aus einer versiegelten Fläche sei ein grüner Ort zum Treffen und Mitmachen entstanden, der das Quartier spürbar stärke. Besonders hob Lukat hervor, dass solche kleinen Entspannungsorte für Menschen ohne eigenen Garten essenziell seien, um Natur zu genießen und ein gutes Lebensgefühl zu erhalten.
Das neue Stadtgrün zeichnet sich durch eine angenehme Wohlfühl-Atmosphäre aus. Neben herkömmlichen Bänken stehen den Besuchenden drehbare Liegebänke auf zwei Ebenen zur Verfügung, die auch für körperlich beeinträchtigte Personen zugänglich sind. Eine Picknick-Garnitur lädt zudem dazu ein, mitten im Grünen zu verweilen oder gemeinsam mit Nachbarn Spiele am Tisch zu spielen. Sieben neu gepflanzte Bäume sowie heimische Sträucher vervollständigen das grüne Bild der Anlage.
Essbares Quartier: Naschen in der Trockenmauer
Ein besonderes Highlight des Parks sind die sogenannten „Nasch-Orte“. In den vom Grünflächenamt errichteten Trockenmauern befinden sich Hochbeete, die vom Ernährungsrat Bochum (EssBO) mit essbaren Pflanzen bestückt wurden. Das Projekt „Schlaraffenband“, eine Kooperation der Ernährungsräte aus Bochum, Essen und Dortmund, möchte Naschoasen entlang von Radwegen im Ruhrgebiet schaffen. Entsprechend werden essbare Pflanzen eingebracht, sodass dies nicht nur ein Ort zum Verweilen, sondern auch zum Naschen und Ausprobieren ist.
Die Pflege der Beete übernimmt die engagierte Nachbarschaftsgruppe „Buddeln und mehr“. Diese Gruppe trifft sich regelmäßig, um die Pflanzen zu gießen, zu pflegen und den Ort als Treffpunkt zu bespielen. Zur Information der Bürgerinnen und Bürger sollen in den kommenden Wochen Schilder mit QR-Codes angebracht werden, die Details zu den essbaren Gewächsen und passende Rezepte bereithalten. Für den 28. Mai ist bereits das erste Nachbarschaftsfest im Park geplant, um die Gemeinschaft weiter zu stärken.
Wissenschaftliche Begleitung und Finanzierung
Das Projekt wird zudem wissenschaftlich von der Hochschule Bochum begleitet. Prof. Dr. Petra Schweizer-Ries und ihr Team von der Hochschule Bochum bringen wissenschaftliche Ansätze in die Gestaltung ein und kooperieren dabei eng mit der Stadtverwaltung. Ziel ist es, die Erfahrungen aus diesem Pocket Park für zukünftige Projekte im Stadtgebiet zu nutzen, insbesondere im Hinblick auf die Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und Bürgerschaft.
Die Gesamtkosten für den neuen Pocket Park belaufen sich auf rund 185.000 Euro. In dieser Summe sind bereits die Unterhaltskosten für die kommenden drei Jahre enthalten, um eine dauerhafte Pflege der Anlage sicherzustellen. Ein Großteil der Finanzierung, nämlich 80 Prozent der Mittel, stammt dabei vom Bund. Damit setzt Bochum ein deutliches Zeichen für eine soziale und ökologische Weiterentwicklung der Stadtquartiere.
