
Informationsveranstaltung zur Stadion-Sanierung des VfL Bochum 1848
(c) Sebastian Sendlak
Der VfL Bochum plant die Modernisierung seiner ikonischen Spielstätte an der Castroper Straße. Trotz umfassender Bauarbeiten soll das Stadion seinen unverwechselbaren Charakter behalten.
Das Ruhrstadion wird in den kommenden Jahren ein modernes Gesicht bekommen, ohne dabei seine „ikonische Seele“ zu verlieren. Dies war eine der Kernbotschaften, die die Verantwortlichen des VfL Bochum bei einer gut besuchten Infoveranstaltung im RuhrCongress präsentierten. Geplant sind unter anderem eine neue Plaza, ein veränderter Hauptzugang über die Ostkurve sowie eine umfangreiche Erweiterung des Nachwuchszentrums. Die Bauphase soll im Sommer oder Herbst 2026 beginnen und bis zum zweiten Quartal 2029 andauern. Während der Arbeiten wird die Kapazität auf etwa 70 Prozent (ca. 18.000 Plätze) reduziert, nach Abschluss des Umbaus sollen 28.040 Zuschauer Platz finden.
„Leiden gehört zur DNA des VfL“
Aufgrund der zeitversetzten Bauweise wird es unumgänglich sein, dass nicht alle Dauerkarteninhaber jedes Spiel live im Stadion verfolgen können. Ilja Kaenzig, Sprecher der Geschäftsführung, bat die Mitglieder und Fans bereits jetzt um Verständnis und Unterstützung für diese schwierige Übergangsphase. „Leiden gehört zur DNA des VfL“, betonte Kaenzig und rief die Anhänger dazu auf, in den kommenden Jahren „auf die Zähne zu beißen und zu lächeln“. Das langfristige Ziel sei jedoch alternativlos: Ohne die Modernisierung wäre der Geschäftsbetrieb im bisherigen Stadion ab dem Jahr 2029 laut Kaenzig nicht mehr genehmigungsfähig.
Ein Neubau an gleicher Stelle wurde als Alternative verworfen, da in diesem Fall der Bestandsschutz entfallen würde. „Die heutigen Bauauflagen ermöglichen einen Neubau in dieser Form nicht; wir sind bei der Kapazität auf 28.040 Plätze begrenzt“, erklärte Ralf Meyer von der Bochumer Sportstätten Besitzgesellschaft mbH (BoSB). Die Stadt Bochum bleibt dabei Eigentümerin und Bauherrin aller Maßnahmen, während der VfL als Pächter auftritt. Da während des Umbaus die Mindestkapazitäten der DFL unterschritten werden könnten, wird derzeit über ein mögliches „Havariestadion“ als Ausweichstätte in NRW verhandelt, wobei Standorte in Gelsenkirchen und Dortmund bereits ausgeschlossen wurden.
Finanzspritze und Erhalt des Stadionnamens
Die „Modernisierung des Wohnzimmers“ wird durch eine massive finanzielle Unterstützung der Stadt ermöglicht. Über die städtische Tochter BoSB werden laut Wirtschaftsplan 2026 insgesamt 122,2 Millionen Euro für das Stadion, das Umfeld inklusive Parkhaus und das Nachwuchszentrum zur Verfügung gestellt. Besonderen Applaus erntete Ilja Kaenzig für die Ankündigung, dass der Begriff „Ruhrstadion“ dauerhaft als Namenszusatz erhalten bleiben soll. Da der Sponsoringvertrag mit Vonovia am 30. Juni 2026 ausläuft, wird derzeit nach einem Nachfolger gesucht, der diese Tradition respektiert.
Um die Fans aktiv in den Prozess einzubinden, ruft der Verein dazu auf, Fragen und Anregungen per E-Mail an service@vfl-bochum.de (Betreff: „Stadionsanierung“) zu senden. Geplant sind zudem ein eigener Hashtag für das Projekt sowie eine lückenlose Dokumentation der Baufortschritte mittels Webcams. „Mr. Ruhrstadion“ Knut Keiler versprach eine transparente Begleitung der Maßnahmen, damit am Ende des Jahrzehnts ein Ergebnis steht, mit dem alle Beteiligten zufrieden sind und das den Profisport am Traditionsstandort Bochum langfristig sichert.
Text: CS/JM
