
DWV-Gruppenbild RuhrCongress
(c) Thomas Hennig
Fachleute aus ganz Deutschland kamen Ende Februar nach Bochum. Der Deutsche Wildgehege-Verband hielt seine Jahreshauptversammlung im Tierpark + Fossilium Bochum ab.
Im Mittelpunkt stand die Bildung für nachhaltige Entwicklung. Diskutiert wurden Chancen, Herausforderungen und neue Modelle zur Finanzierung von Umweltbildung. Rund 150 Teilnehmende nahmen an der Tagung teil.
Vom 25. bis 27. Februar war der Tierpark + Fossilium Bochum Gastgeber der Jahreshauptversammlung des Deutscher-Wildgehege-Verband e.V.. Die Einrichtung fungiert zugleich als vom Land Nordrhein-Westfalen gefördertes BNE-Regionalzentrum.
Im Mittelpunkt der Tagung standen wirtschaftliche Perspektiven der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE). In den Diskussionen wurde betont, dass Nachhaltigkeitsziele und wirtschaftliche Aspekte nicht zwangsläufig im Widerspruch stehen. Vielmehr können ökologische Bildungsangebote auch aus ökonomischer Sicht sinnvoll sein.
Der Verband vereint aktuell rund 185 Mitglieder. Dazu gehören zahlreiche private, kommunale und staatliche Wildgehege in Deutschland mit einer Gesamtfläche von etwa 25.000 Hektar Naturflächen und rund 18 Millionen Besucherinnen und Besuchern pro Jahr.
Bildung als zentrale Aufgabe von Tierparks
Nach Angaben des Verbandes sind moderne Wildgehege wichtige Kompetenzzentren für Tier-, Arten- und Naturschutz. Gleichzeitig übernehmen sie eine bedeutende Rolle in der Umweltbildung.
Eckhard Wiesenthal, Vorsitzender des Verbandes, betonte die Rolle der Bildungsarbeit: „Die Bildungsarbeit hat – gemäß dem Leitbild des Deutschen-Wildgehege-Verbandes – unter den Aufgaben eines Tiergartens höchste Priorität und versteht sich zugleich als Legitimation für die Haltung von Tieren in Gehegen.“
Begrüßung durch Bochumer Bürgermeisterin
Zur Eröffnung der Veranstaltung sprach auch Bochums Bürgermeisterin Martina Schnell. Sie verwies auf die Bedeutung der Tagung für Bildungsnetzwerke und außerschulische Lernorte.
Rund 150 Mitglieder des Verbandes nutzten den Aufenthalt zudem, um verschiedene Einrichtungen der Stadt kennenzulernen. Veranstaltungen und Programmpunkte fanden unter anderem im RuhrCongress Bochum sowie im Deutsches Bergbau-Museum Bochum statt.
Austausch über Umweltbildung und Netzwerke
Im Seminarprogramm standen aktuelle Entwicklungen in der Umweltbildung im Fokus. Fachleute stellten Beispiele aus der Praxis vor und tauschten Erfahrungen aus. Dabei ging es auch um die Rolle von Netzwerken bei der Weiterentwicklung von Bildungsangeboten.
Zoodirektor Ralf Slabik betonte die Bedeutung solcher Treffen für die Zusammenarbeit im Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung. Ziel sei es, Netzwerke auf lokaler, regionaler und bundesweiter Ebene weiter auszubauen.
Finanzierung von Bildungsangeboten als Herausforderung
Ein weiterer Schwerpunkt war die Finanzierung von Umweltbildungsangeboten. Steigende Kosten, begrenzte Fördermittel und unterschiedliche finanzielle Möglichkeiten der Zielgruppen erschweren vielerorts die Umsetzung von Programmen.
Im Tierpark + Fossilium Bochum wird daher ein Modell der sogenannten „Robin-Hood-Finanzierung“ genutzt. Dabei werden Bildungsangebote in verschiedene Kategorien eingeteilt: profitabel, kostendeckend oder subventioniert. Einnahmen aus wirtschaftlich erfolgreichen Angeboten unterstützen Programme für Gruppen mit geringeren finanziellen Möglichkeiten.
Nach Angaben des Tierparks besuchen jährlich rund 350.000 Menschen die Einrichtung. Mehr als 25.000 Bildungskontakte entstehen dabei in Umweltbildungsangeboten unterschiedlicher Dauer.
Bildung für nachhaltige Entwicklung als globales Ziel
Die Diskussionen knüpften auch an internationale Nachhaltigkeitsziele an. Das Ziel „Hochwertige Bildung“ der Agenda 2030 der Vereinten Nationen soll bis 2030 allen Menschen Zugang zu chancengerechter Bildung ermöglichen und lebenslanges Lernen fördern.
