
Eröffnung des Gräberfeldes für Sternenkinder
(c) Sebastian Sendlak
Auf dem Friedhof entsteht eine zusätzliche Fläche für fehl- und totgeborene Kinder. Rund 100 neue Grabstellen stehen künftig zur Verfügung.
Die Stadt Bochum erweitert ihr Angebot für die Bestattung von sogenannten Sternenkindern. Bereits 2004 wurde mit dem „Lichtgarten“ ein geschützter Ort für verwaiste Eltern geschaffen. Nun kommt eine weitere, rund 500 Quadratmeter große Fläche für ca. 100 Gräber hinzu. Zur Segnung und offiziellen Eröffnung sprach Oberbürgermeister Jörg Lukat von einem Zeichen des Mitgefühls. Die neue Anlage bietet Platz für etwa 100 Grabstellen.
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Würdevoller Ort für Trauer und Erinnerung
„Es schmerzt, sich den Verlust und die Trauer von Sternenkind-Eltern vorzustellen. Wir wollen ihnen zeigen, dass sie nicht allein sind“, sagte Lukat bei der Eröffnung. Die Stadt wolle der Trauer „einen würdevollen Ort mitten in unserer Stadt“ geben.
Die Gestaltung der Fläche ist bewusst zurückhaltend. Staudenpflanzungen und Steinskulpturen prägen das Bild. Geschaffen wurden die Skulpturen vom Steinmetz Timothy Vincent. Er beschreibt seine Arbeit so: „Die erste Skulptur zeigt die Wunde. Die zweite zeigt, dass Wunden Spuren tragen, die nicht nur Schmerz bedeuten, sondern auch Beziehung bewahren.“
Netzwerk organisiert Bestattungen
Für die Eltern entstehen keine Kosten. Die Stadt stellt das Gräberfeld sowie die Trauerhalle kostenfrei zur Verfügung. Die Pflege übernimmt der Technische Betrieb in Abstimmung mit der Friedhofsgärtnergenossenschaft.
Die Organisation der Bestattungen erfolgt durch ein Netzwerk aus Bestattungsunternehmen, Seelsorgerinnen und Seelsorgern sowie Ehrenamtlichen. Beteiligt sind unter anderem Vertreter der evangelischen und katholischen Kirche, das katholische Klinikum sowie das Augusta-Kranken-Anstalt. Auch die Bochumer Geburtskliniken unterstützen das Projekt finanziell, etwa bei der Aufstellung der Skulpturen.
Die Seelsorger Bernhard Zielonka und Martina Haeseler würdigten das Engagement der Beteiligten. „Dieser Ort zeigt die Anteilnahme vieler Menschen“, sagte Haeseler. Die Baukosten für die neue Fläche belaufen sich auf rund 50.000 Euro.
