Beitrag: Machbarkeitsstudie für neue Großsporthalle an der Castroper Straße
Sporthalle Castroper Str

(c) Stadt Bochum / IFS

Die Stadt Bochum hat die Machbarkeitsstudie für eine neue Großsporthalle an der Castroper Straße abgeschlossen. Der Neubau könnte zentrale Defizite der bestehenden Sportinfrastruktur beheben. Die Studie sieht Chancen, Bochum als Sportstandort im Ruhrgebiet stärker zu positionieren.

Anlass der Untersuchung ist der Zustand der bestehenden Rundsporthalle am Vonovia Ruhrstadion. Die Halle gilt baulich und funktional als nicht mehr zeitgemäß. Auch die Anforderungen für höherklassigen Basketball werden dort nicht erfüllt. Die neue Halle soll ausschließlich sportlich genutzt werden. Konzerte sind nicht vorgesehen. Grundlage für weitere politische Entscheidungen ist nun die vorliegende Machbarkeitsstudie.

Die Rundsporthalle mit rund 1.500 Plätzen kann heutige Anforderungen nicht mehr abdecken. Eine mögliche Teilnahme der VfL SparkassenStars Bochum an der Basketball-Bundesliga (BBL) ist dort nicht realisierbar. Gleichzeitig sind adäquate Großsporthallen im Ruhrgebiet nur begrenzt vorhanden. Die Studie prüft daher den Neubau einer Halle auf einem städtischen Grundstück an der Castroper Straße, dem heutigen Kirmesplatz.

Bedarf von Schulen und Vereinen

Die Untersuchung zeigt, dass der schulische Bedarf auch am neuen Standort gedeckt werden kann. Hauptnutzer bleiben die Goethe-Schule und die Hildegardis-Schule. Die Halle soll werktags vorrangig für den Schulsport genutzt werden. Für Vereine eröffnet der Neubau zusätzliche Hallenzeiten und neue Nutzungsmöglichkeiten. Genannt werden unter anderem Tanzsport, Hallenturniere im Fußball, Dartwettbewerbe oder internationale Tanzveranstaltungen. Das Traditionsmasters oder die Badminton Open, die seit Jahren in Mülheim stattfinden, könnten eine neue Heimat finden, da deren Auslastungen deutlich jenseits der bisherigen 2.500 Zuschauern liegt.

Zentraler Bestandteil des Konzepts ist eine BBL-taugliche Auslegung der Halle. Vorgesehen sind bis zu 4.500 Zuschauerplätze auf teleskopierbaren Tribünen. Damit wären neben Basketballspielen auch Handball- oder Volleyball-Länderspiele möglich. Auch Veranstaltungen wie die German Badminton Open könnten perspektivisch nach Bochum geholt werden. Die Studie sieht zudem Potenzial für Sportevents, die bislang im Ruhrgebiet kaum oder gar nicht stattfinden.

Ein besonderes Merkmal ist die Option eines LED-Glasbodens, der sogar bereits in den Anforderungen der 1. und 2. Basketball-Bundesligen in den Durchführungsbedingungen integriert ist. Diese Technik ist in Deutschland bislang selten verbreitet. Sie erlaubt flexible Spielfeldmarkierungen, reduziert Umrüstzeiten und eröffnet neue Vermarktungsmöglichkeiten für Werbepartner. Gleichzeitig ist der Boden laut Studie uneingeschränkt für Schul- und Vereinssport geeignet. Auch didaktische Einsatzmöglichkeiten im Training werden genannt.

Planung, Standort und Kostenrahmen

Der geplante Standort umfasst rund 22.000 Quadratmeter und ist verkehrlich erschlossen. Das Raumkonzept sieht eine dreifach teilbare Halle, zusätzliche Trainingsräume sowie umfangreiche Funktions- und Umkleidebereiche vor. Der Kostenrahmen liegt bei rund 59,4 Millionen Euro netto, inklusive einer Kostenvarianz von zehn Prozent. Brutto belaufen sich die Gesamtkosten auf etwa 70,7 Millionen Euro. Risiken sieht die Studie vor allem im Baugrund und im Planungsverfahren.

Die Machbarkeitsstudie kommt zu dem Ergebnis, dass der Bau einer Großsporthalle an der Castroper Straße grundsätzlich realisierbar ist. Sie könnte Schul-, Vereins- und Profisport bündeln und neue sportliche Formate nach Bochum holen. Aus Sicht der Gutachter würde die Halle die Position Bochums als Sportstadt im Ruhrgebiet deutlich stärken.

Auf Social Media teilen