Beitrag: Millionenbetrug und bewaffneter Raub: Polizei warnt vor neuen Risiken
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Polizei (c) Sebastian Sendlak / BOND

Eine 67-jährige Bochumerin ist Opfer eines groß angelegten Cyber-Trading-Betrugs geworden. Der finanzielle Schaden liegt im Millionenbereich. Parallel ermittelt die Polizei nach einem bewaffneten Raub auf einen Lebensmittel-Discounter in Altenbochum. Beide Fälle zeigen unterschiedliche, aber aktuelle Formen von Kriminalität. Die Polizei mahnt zur Vorsicht.

Cyber-Trading-Betrug mit Millionenschaden

Nach Angaben der Polizei geriet die Bochumerin Mitte September 2025 über Online-Werbung in eine vermeintliche Investment-Gruppe eines Messengerdienstes. Dort wurden Anlagetipps zu Aktien und ETFs suggeriert. Über gefälschte Banking-Apps und täuschend echt gestaltete Webseiten bauten die Täter Vertrauen auf.

In dem Glauben, seriöse Investitionen zu tätigen, überwies die Frau über Monate hinweg hohe Geldbeträge auf Konten der Betrüger. Erst Anfang 2026 erkannte sie den Betrug. Insgesamt entstand ein Schaden von rund 1,2 Millionen Euro.

Typische Masche professioneller Täter

Die Ermittler beschreiben ein wiederkehrendes Muster. Über professionell gestaltete Anzeigen, falsche Presseberichte oder Einladungen in Chat-Gruppen werden potenzielle Opfer angesprochen. Häufig nutzen die Täter Bilder oder Videos bekannter Persönlichkeiten, um Seriosität vorzutäuschen.

Nach der Registrierung auf gefälschten Plattformen folgen persönliche Kontakte durch angebliche Anlageberater. Diese arbeiten mit Fachbegriffen, psychologischem Druck und teils auch Fernzugriffen auf Computer. Ziel ist es, weitere Zahlungen auszulösen, etwa für angebliche Steuern oder Gebühren.

Die Polizei rät, hohe Renditeversprechen grundsätzlich kritisch zu hinterfragen und nur in Produkte zu investieren, deren Funktionsweise verständlich ist. Unaufgeforderte Einladungen in Investment-Gruppen sollten abgelehnt werden. Bei Verdacht auf Betrug wird empfohlen, sofort Anzeige zu erstatten.

Bewaffneter Raub in Altenbochum

Am Dienstagabend, 6. Januar, kam es gegen 19.17 Uhr zu einem Raubüberfall auf einen Lebensmittel-Discounter an der Wittener Straße 109. Ein bislang unbekannter Täter bedrohte eine Kassiererin mit einer Schusswaffe und forderte die Öffnung der Kasse.

Der Mann entnahm Bargeld in unbekannter Höhe und flüchtete zu Fuß in Richtung stadtauswärts. Eine sofort eingeleitete Fahndung blieb ohne Erfolg.

Täterbeschreibung und Zeugenaufruf

Der Tatverdächtige wird als junger Mann mit einer Größe zwischen 1,75 und 1,85 Metern beschrieben. Er soll schwarze, lockige Haare gehabt haben und war mit einer blauen Steppjacke, Jeans und schwarzen Schuhen bekleidet. Das Gesicht war verdeckt.

Die Kriminalpolizei bittet Zeuginnen und Zeugen, die Beobachtungen gemacht haben, sich unter den bekannten Rufnummern zu melden.

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