
Wonderful Days – Bochum
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Nach dem ersten „Wonderful Days“-Festival im Bochumer Eventcenter reißt die Kritik an der Organisation nicht ab. Auch Gespräche unserer Redaktion mit Gästen zeichnen ein klares Bild.
Das erste „Wonderful Days“-Festival im Bochumer Eventcenter hat eine intensive Debatte ausgelöst. Während Musik und DJs von vielen Besucherinnen und Besuchern positiv bewertet wurden, stand die Organisation des Abends stark in der Kritik. Diese Einschätzung wird auch durch Gespräche bestätigt, die unsere Redaktion mit Gästen geführt hat. Darunter waren mehrere Personen mit beruflicher Erfahrung in der Gastronomie und Veranstaltungsbranche.
Unmittelbar nach der Veranstaltung machten zahlreiche Gäste ihrem Ärger in sozialen Medien Luft. Kritisiert wurden vor allem lange Wartezeiten beim Einlass, eine hohe Auslastung einzelner Bereiche sowie Engpässe an Bars und Garderoben. Mehrfach wurde geschildert, dass sich Bewegungsflächen zwischen den Floors zeitweise stark verengt hätten.
Auch beim Verlassen der Veranstaltung kam es laut Berichten zu längeren Wartezeiten, insbesondere an der Garderobe und bei der Rückgabe von Verzehrkarten. Einige Gäste beschrieben die Situation als unangenehm oder belastend.
Redaktion spricht mit betroffenen Gästen
Unsere Redaktion hat nach der Veranstaltung direkt mit mehreren Gästen gesprochen. Auffällig: Die Kritikpunkte decken sich weitgehend mit den öffentlichen Kommentaren. Besonders deutlich äußerten sich Besucherinnen und Besucher, die selbst über Erfahrung in der Gastronomie oder im Veranstaltungsservice verfügen.
Diese Personen bestätigten, dass Abläufe am Einlass, an den Theken und in der Garderobe aus ihrer Sicht nicht ausreichend auf die Besucherströme abgestimmt waren. Genannt wurden unter anderem fehlende Trennung von Prozessen, zu wenig Personal in Stoßzeiten und eine unklare Besucherführung. Mehrere Gesprächspartner betonten, dass sich viele Probleme ihrer Einschätzung nach durch organisatorische Anpassungen hätten vermeiden lassen.
Unabhängig von der Kritik an der Organisation wurde das musikalische Programm von nahezu allen Befragten positiv hervorgehoben. Das Line-up mit bekannten Namen aus der Rave- und Technoszene sorgte laut Gästen für eine durchgehend gute Stimmung. Auch der Einsatz der DJs sowie das Engagement einzelner Servicekräfte wurden mehrfach ausdrücklich gelobt.
Stellungnahme des Veranstalters
Der Veranstalter Dancefield hat inzwischen Stellung genommen. Nach eigenen Angaben waren am Veranstaltungsabend 2.840 Gäste vor Ort. Das genehmigte Fassungsvermögen des Bochumer Eventcenters liege bei 3.300 Personen. Eine Überfüllung habe es demnach nicht gegeben.
Gleichzeitig räumte Dancefield ein, dass es insbesondere beim Einlass, an den Theken und in der Garderobe zu Problemen gekommen sei. Diese entsprächen nicht dem eigenen Anspruch. Als Ursache nannte der Veranstalter unter anderem die erstmalige Durchführung des Formats in dieser Location sowie nicht ausreichend erprobte Abläufe.
Laut Dancefield waren während der gesamten Veranstaltung Sanitäter vor Ort. Ein Polizeieinsatz gegen 0.30 Uhr sei nach einer Meldung erfolgt. Nach einer gemeinsamen Begehung habe die Polizei keine sicherheitsrelevanten Mängel festgestellt. Die Veranstaltung wurde anschließend fortgesetzt.
Einzelne Gäste schilderten unserer Redaktion dennoch subjektive Unsicherheitsgefühle in stark frequentierten Bereichen. Diese Wahrnehmungen wurden insbesondere mit Enge und eingeschränkter Bewegungsfreiheit begründet.
Verantwortung von Veranstalter und Betreiber, woeie ein Ausblick
Dancefield wies darauf hin, dass es sich um eine Fremdveranstaltung gehandelt habe. Der Betreiber des Bochumer Eventcenters sei unter anderem für Bar- und Garderobenbetrieb sowie Teile der Infrastruktur verantwortlich. Eine Stellungnahme des Betreibers liegt unserer Redaktion bislang nicht vor.
Für die nächste „Wonderful Days“-Veranstaltung am 10. Oktober 2026 kündigte Dancefield bereits konkrete Änderungen an. Geplant sind eine weiter reduzierte Besucherzahl, ein angepasstes Einlass- und Besucherlenkungskonzept sowie zusätzliche Theken- und Reinigungskapazitäten. Auch die Garderobenorganisation soll überarbeitet werden.
Der Veranstalter erklärte, die Rückmeldungen der Gäste ernst zu nehmen und in die Weiterentwicklung des Formats einfließen zu lassen.
