Beitrag: Evangelische Stadtakademie Bochum startet mit Ethik-Vortrag ins neue Programm
Akademie-Leiterin Dr. Anja Nicole Stuckenberger

© Stadtakademie

Mit einem ethisch anspruchsvollen Thema beginnt die Evangelische Stadtakademie Bochum das Programmjahr 2026. Am Dienstag, 13. Januar, spricht die Bochumer Philosophin Dr. Maria-Sibylla Lotter über „Verzeihen und Respekt“. Im Mittelpunkt stehen Fragen nach moralischen Grenzen des Verzeihens. Der Vortrag markiert den Auftakt zu einer Reihe weiterer Veranstaltungen. Die Akademie setzt damit erneut auf gesellschaftliche Debatte und Reflexion.

Der Vortrag beginnt um 18.30 Uhr in den Räumen der Stadtakademie am Westring 26c. Dr. Maria-Sibylla Lotter beleuchtet Verzeihen als komplexe Haltung im zwischenmenschlichen Umgang. Dabei geht es um den bewussten Verzicht auf Groll ebenso wie um versöhnende Gesten. Thematisiert wird auch, wann Verzeihen mit Selbstachtung und gegenseitigem Respekt in Konflikt geraten kann.

Machtverhältnisse und moralische Spannungen

Ein Schwerpunkt des Abends liegt auf asymmetrischen Machtverhältnissen. Lotter untersucht, wie diese das Verzeihen beeinflussen und welche moralischen Spannungen daraus entstehen. Zur Diskussion steht auch die Frage, ob Verzeihen in bestimmten Situationen erst durch ein Moment der Gegenwehr oder Rache eine ausgleichende Wirkung entfalten kann.

Maria-Sibylla Lotter lehrt seit 2014 Philosophie mit dem Schwerpunkt Ethik und Ästhetik an der Ruhr-Universität Bochum. Zuvor studierte sie unter anderem in Freiburg, Berlin und in den USA. Wissenschaftliche Stationen führten sie an mehrere Universitäten im In- und Ausland. In ihrer Forschung befasst sie sich seit Jahren mit Schuld, Verzeihen und Rache.

Auftakt für ein umfangreiches Halbjahresprogramm

Der Vortrag bildet den Startpunkt für zahlreiche weitere Veranstaltungen der Evangelischen Stadtakademie. Akademie-Leiterin Dr. Anja Nicole Stuckenberger kündigt ein Programm an, das sich mit aktuellen gesellschaftlichen Fragen beschäftigt. Geplant sind Formate zu Themen wie Krieg und Frieden, Erinnerungskultur, Kunst, Religion und Politik. Ziel sei es, Diskussion und Information in den Vordergrund zu stellen.

Der Eintritt kostet fünf Euro, ermäßigt drei Euro. Studierende sowie Menschen mit Anspruch auf Grundsicherung haben freien Eintritt. Kostenlose Programmhefte sind im Büro der Stadtakademie sowie an verschiedenen Orten im Stadtgebiet erhältlich. Zudem steht das vollständige Programm online unter www.stadtakademie.de zur Verfügung.

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