Beitrag: Von 5G zu 6G: Neues Forschungsprojekt mit Beteiligung aus Bochum
IMG_7618

Ruhr Universität Bochum

Mit dem Projekt „6GEM+“ startet im Januar 2026 eine neue Phase der 6G-Forschung in Nordrhein-Westfalen. Ziel ist es, Mobilfunktechnologien gezielt für industrielle Anwendungen weiterzuentwickeln. Beteiligt sind mehrere Hochschulen und Forschungseinrichtungen, darunter die Ruhr-Universität Bochum. Das Vorhaben wird vom Bund mit 25 Millionen Euro gefördert.

Das Projekt trägt den Titel „6GEM+: Wertorientierte 6G-Kommunikationssysteme für die vernetzte digitale Industrie“. Koordiniert wird es von Prof. Dr. Haris Gačanin von der RWTH Aachen. Neben der RWTH sind Forschende der Ruhr-Universität Bochum und der TU Dortmund beteiligt. Weitere Partner sind das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT sowie das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML.

Ziel ist es, die sechste Mobilfunkgeneration nicht nur technologisch weiterzuentwickeln, sondern den Transfer in konkrete Anwendungen zu beschleunigen. Im Fokus stehen unter anderem Industrieautomation und Logistik.

Grenzen von 5G als Ausgangspunkt

Der derzeitige Mobilfunkstandard 5G stößt in industriellen Anwendungen an Grenzen. Anforderungen wie extrem geringe Latenzzeiten, hohe Zuverlässigkeit, integriertes KI-Computing und Echtzeitübertragung lassen sich mit bestehenden Systemen nur eingeschränkt erfüllen.

Der neue 6G-Transfer-Hub setzt hier an. Er soll Technologien entwickeln, die den Einsatz von Künstlicher Intelligenz, mobilen Systemen und Extended Reality in industriellen Umgebungen ermöglichen und absichern.

Aufbau auf bestehenden Strukturen

„6GEM+“ knüpft an das Vorgängerprojekt „6GEM“ an, das bis Juni 2025 vom Bund gefördert wurde. Dieses Projekt hatte sich in den vergangenen Jahren als international sichtbarer Forschungshub zur 6G-Technologie etabliert.

Seit 2021 arbeiten die TU Dortmund und die Ruhr-Universität Bochum in diesem Kontext gemeinsam im Rahmen des Ruhr Innovation Lab an der Verbindung von Grundlagenforschung und Anwendungstransfer.

Bochumer Beiträge im Fokus

An der Ruhr-Universität Bochum liegt der Schwerpunkt auf Anwendungen mit hoher Relevanz für Produktion und Logistik. Dazu zählen die sichere Zusammenarbeit von Mensch und Roboter, immersive Extended-Reality-Anwendungen sowie energieeffiziente Kommunikationsdienste.

Um diese Szenarien zu ermöglichen, entwickeln die Bochumer Forschenden neue Konzepte auf Basis der Informationstheorie. Dazu gehören resiliente Kommunikations- und Sensing-Verfahren, die Störungen frühzeitig erkennen und kompensieren, sowie KI-native Telekommunikationsarchitekturen mit digitalen Zwillingen. Ziel ist es, Funk- und Rechenressourcen effizient zu kombinieren und gleichzeitig den Energieverbrauch zu senken.

Die entwickelten Technologien sollen anschließend in spezialisierten Laboren der Fakultät sowie im Forschungsbau ZESS experimentell überprüft werden.

Wissenschaftliche Koordination in Bochum

Standortsprecher in Bochum ist Prof. Dr. Aydin Sezgin von der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik. Er koordiniert ein Forschungsteam, dem unter anderem Prof. Dr. Katharina Kohls, Prof. Dr. Setareh Maghsudi, Prof. Dr. Akash Kumar, Prof. Dr. Nils Pohl und Prof. Dr. Tarik Taleb angehören. In Dortmund übernimmt Prof. Dr. Christian Wietfeld die Standortkoordination.

Das Projekt ist auf vier Jahre angelegt und Teil des Förderprogramms „6G-Transfer-Hubs“ des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt.

Auf Social Media teilen