Beitrag: „Sprechende Denkmale“ in Bochum: Geschichte zum Hören und Erleben
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Fritz Bauer Bibliothek, September 2023 © FRITZ BAUER FORUM | BUXUS STIFTUNG, Fotograf: Richard Lensit

In Bochum sind zwei prägende Orte Teil des Projekts „Das sprechende Denkmal“. Das Fritz Bauer Forum und das Deutsche Bergbau-Museum erzählen ihre Geschichte in persönlicher Form und machen Stadtgeschichte digital erfahrbar.

Denkmale prägen das Stadtbild und bewahren Erinnerung. In Bochum erhalten ausgewählte historische Orte nun eine zusätzliche Stimme. Im Rahmen des Projekts „Das sprechende Denkmal“ berichten sie selbst von ihrer Entstehung, ihrer Bedeutung und ihrem Wandel. Das Angebot richtet sich an ein breites Publikum und verbindet Denkmalschutz mit moderner Vermittlung.

Initiiert wurde das Projekt anlässlich des 50-jährigen Bestehens der GlücksSpirale durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz und WestLotto. Ziel ist es, Denkmale nicht nur zu bewahren, sondern ihre Geschichte zeitgemäß zu vermitteln. Über Audioformate erzählen die Bauwerke aus der Ich-Perspektive von ihrer Vergangenheit und ihrer Rolle in der Gegenwart.

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, größte private Initiative für Denkmalpflege in Deutschland, wird dabei von WestLotto unterstützt. Beide Partner wollen historische Orte langfristig sichern und zugleich neue Zugänge für Besucherinnen und Besucher schaffen.

Fritz Bauer Forum: Ort der Demokratiegeschichte

In Bochum gehört das Fritz Bauer Forum zu den „sprechenden Denkmalen“. Der Ort erinnert an den Juristen und Generalstaatsanwalt Fritz Bauer, der eine zentrale Rolle bei der juristischen Aufarbeitung der NS-Verbrechen spielte. Das Denkmal steht heute für Rechtsstaatlichkeit, Zivilcourage und demokratische Werte.

Mit dem Audioangebot wird die Bedeutung des Forums in einen historischen Kontext eingeordnet. Zugleich wird deutlich, welche Relevanz die Auseinandersetzung mit Vergangenheit für die Gegenwart hat.

Deutsches Bergbau-Museum als Wahrzeichen

Ebenfalls Teil des Projekts ist das Deutsche Bergbau-Museum Bochum. Unter dem markanten Fördergerüst erzählt das Museum vom Leben und Arbeiten unter Tage, von Technikgeschichte und vom Strukturwandel im Ruhrgebiet. Seit 1930 ist der Standort eng mit der Identität der Stadt verbunden.

Als sprechendes Denkmal berichtet das Museum von Kohle und Gemeinschaft, von Forschung und Erinnerung. Besucherinnen und Besucher erhalten so einen persönlichen Zugang zur Geschichte des Ruhrbergbaus und seiner Bedeutung für Bochum.

Digitale Vermittlung ergänzt Denkmalschutz

Das Projekt zeigt, wie Denkmalschutz und digitale Formate zusammenspielen können. Die persönlichen Erzählungen sollen Interesse wecken, Wissen vermitteln und zur Auseinandersetzung mit Geschichte anregen. Gleichzeitig lenken sie Aufmerksamkeit auf den Erhalt historischer Bauten.

Bochum reiht sich damit in eine wachsende Liste von Städten ein, in denen Denkmale ihre Geschichte selbst erzählen – lokal verankert und zugleich Teil eines bundesweiten Netzwerks.

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