Beitrag: Ausschuss lehnt Antrag auf Teil­erhalt des Schulzentrums Gerthe ab
Schulzentrum Gerthe Neu- und sanierter Altbau

(c) Sebastian Sendlak

Der Ausschuss für Schule und Bildung hat einen Antrag zum Erhalt eines Gebäudetrakts des Schulzentrums Gerthe abgelehnt. Vorgesehen war ein integrierter Museums-, Lern- und Begegnungsort. Die Stadt soll nun nach Alternativen suchen.

Der Schul- und Bildungsausschuss des Rates der Stadt Bochum hat am 14. Januar einen Antrag zum teilweisen Erhalt des bestehenden Schulzentrums in Gerthe mehrheitlich abgelehnt. Ziel des Antrags war es, einen Gebäudetrakt für einen Museums-, Lern- und Begegnungsort zu sichern. Die Ablehnung erfolgte bei mehreren Enthaltungen. Zugleich wurde die Verwaltung aufgefordert, sich zeitnah um eine andere geeignete Räumlichkeit zu bemühen. Dabei sollen auch die Bezirksvertretung Bochum-Nord und die Antragstellenden einbezogen werden.

Der Antrag sah vor, einen Teil des bisherigen Schulgebäudes nicht abzureißen, sondern für kulturelle, soziale und bildungsbezogene Zwecke weiterzunutzen. Nach Darstellung der Stadtverwaltung sei ein Teilerhalt aus technischen und planerischen Gründen nicht vertretbar. Genannt wurden unter anderem statische Anforderungen, notwendige Umbauten sowie Eingriffe in laufende Planungen für den Campus.

Die Ausschussmehrheit folgte dieser Einschätzung. Eine konkrete Kostenschätzung für den Erhalt des Gebäudeteils lag nicht vor.

Kritik an Begründung der Verwaltung

In der Sitzung äußerten die Antragstellenden Zweifel an der Argumentation der Zentralen Dienste. Sie kritisierten, dass der Begriff der „Nicht-Vertretbarkeit“ ohne detaillierte Kosten- oder Variantenprüfung verwendet werde. Zudem verwiesen sie auf aus ihrer Sicht widersprüchliche Aussagen in den Planungen für zusätzliche Sportanlagen und ein Schwimmbad auf dem Gelände.

Auch Fragen zur Energieversorgung, zu Genehmigungsverfahren sowie zur Gestaltung von Grünflächen und Wegen blieben aus Sicht der Antragstellenden offen. Der geplante Neubau weiterer Anlagen erfordere ebenfalls Anpassungen, die bislang nicht abschließend politisch beraten worden seien.

Ein zentraler Kritikpunkt betraf die inhaltliche Zielsetzung des Antrags. Der geplante Museums-, Lern- und Begegnungsort sei in der Ablehnungsbegründung der Verwaltung kaum berücksichtigt worden. Die Antragstellenden verwiesen auf Konzepte der kulturellen Bildung, der Öffnung von Schule und der Demokratiepädagogik, die insbesondere im Bochumer Norden eine Rolle spielen könnten.

Zudem wurde darauf hingewiesen, dass der Neubau einer zusätzlichen Sporthalle erst für das Jahr 2032 vorgesehen sei. Der Erhalt des bestehenden Gebäudeteils hätte aus Sicht der Antragstellenden kurzfristig Unterrichtsräume sichern können.

Verwaltung soll Alternativen prüfen

Trotz der Ablehnung des konkreten Antrags forderte der Ausschuss die Stadtverwaltung auf, sich um eine angemessene alternative Räumlichkeit zu kümmern. Dies soll unter Beteiligung der Bezirksvertretung Bochum-Nord sowie der Antragstellenden erfolgen. Ziel ist es, eine Lösung für einen Museums-, Lern- und Begegnungsort im Stadtteil zu finden.

Ob und wann entsprechende Vorschläge vorgelegt werden, ist derzeit offen.

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