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Ruhr Universität
Seit 2019 setzt die Ruhr-Universität Bochum mit FACE gezielt auf die Förderung von Gründerinnen. Das Programm reagiert auf den weiterhin niedrigen Frauenanteil bei Unternehmensgründungen. Aktuelle Zahlen zeigen deutliche Unterschiede zwischen Bund und Hochschulstandort Bochum. Die nun zugesagte Landesförderung stärkt den Ansatz. Gleichzeitig wird das Modell auf weitere Hochschulen übertragen.
Der Bedarf an speziellen Förderangeboten ist weiterhin hoch. Laut Female Founders Monitor werden in Deutschland nur 18,8 Prozent der Start-ups von Frauen allein oder mitgegründet. An der Ruhr-Universität Bochum liegt dieser Anteil seit mehreren Jahren darüber. Zuletzt lag er bei 25,7 Prozent.
Das FACE-Programm gilt dabei als ein zentraler Baustein. Es richtet sich an Wissenschaftlerinnen, Studentinnen und gründungsinteressierte Frauen und begleitet sie von der ersten Idee bis zur Unternehmensgründung.
Enge Anbindung an die Bochumer Gründungslandschaft
In Bochum arbeitet FACE eng mit dem World Factory Start-up Center, dem Makerspace sowie den Fachinkubatoren der Ruhr-Universität zusammen. Dadurch hat sich das Programm zu einer festen Anlaufstelle für gründungsinteressierte Frauen entwickelt. Die Angebote reichen von Qualifizierungsformaten über Coaching bis hin zur Vernetzung mit Wirtschaft und Forschung.
„Das Programm ist eine wichtige Säule der Gründungsförderung an der Ruhr-Universität mit überregionaler Strahlkraft“, sagt Prof. Dr. Günther Meschke, Prorektor für Forschung und Transfer. Mit der Landesförderung sieht er zugleich eine weitere Stärkung der Gründungsaktivitäten rund um das World Factory Start-up Center.
Ausweitung auf Hochschulen in ganz NRW
Die Förderung erfolgt im Rahmen der Maßnahme „Start-up Fokuszentren.NRW“ aus dem EFRE/JTF-Programm NRW 2021–2027. Ziel ist es, die erfolgreichen Bochumer Strukturen landesweit zu etablieren. In den kommenden drei Jahren soll FACE Hochschulen in ganz Nordrhein-Westfalen dabei unterstützen, den Frauenanteil bei Gründungen nachhaltig zu erhöhen.
Dabei setzt das Programm nicht nur auf Einzelmaßnahmen, sondern auf eine enge Zusammenarbeit zwischen den Hochschulen. Gleichzeitig soll der Austausch mit Akteurinnen außerhalb des Hochschulbereichs intensiviert werden.
Vernetzung mit etablierten Unternehmerinnen
Geplant sind unter anderem neue Angebote zur Qualifizierung von Gründungsberaterinnen und -beratern an Hochschulen. Zudem soll die Vernetzung mit bestehenden Netzwerken ausgebaut werden.
„Ganz wichtig ist es für uns, Hochschulen mit etablierten Netzwerken wie dem Verband der Unternehmerinnen in Deutschland oder Frauen in die Aufsichtsräte zu verbinden“, sagt FACE-Projektleiterin Dr. Beate von Miquel. Dort seien Unternehmerinnen organisiert, die praktische Erfahrungen aus dem Unternehmensalltag einbringen können.
