
Matthias Kersting, Ralf Zumdick und Oliver Nolting beim Dreikönigsessen von Ihr Pfand hilft Obdachlosen (Foto: Sebastian Sendlak)
In der Bochumer Kofabrik hat in diesem Jahr erneut ein gemütliches Dreikönigsessen für Obdachlose und bedürftige Menschen stattgefunden. Der Termin ist vom Verein „Ihr Pfand für Obdachlose e.V.“ bewusst gewählt worden.
Ein Dreikönigsessen für Obdachlose hat der Verein „Ihr Pfand hilft Obdachlosen e.V.“ in der Bochumer Kofabrik veranstaltet. In sechs Stunden können sich bedürftige und wohnungslose Menschen austauschen, aufwärmen und etwas Warmes essen. Dabei stemmt der Verein das Essen nicht alleine. Mit dabei sind Organisationen wie die AWO oder „Hilfe aus dem Kofferraum“. Auch Schirmherr Ralf Zumdick schaut vorbei.
Warmes Essen und Begegnungen in der Bochumer Kofarbik
„Wenn Weihnachten vorbei ist, wird nichts mehr gemacht“, sagt Matthias Kersting vom Verein „Ihr Pfand hilft Obdachlosen e.V.“. Es ist nicht verwunderlich, dass der Termin am 4. Januar 2026 um die heiligen drei Könige gut passt. Das Datum hat sich schnell unter den bedürftigen Menschen herumgesprochen. Denn bereits vor dem offiziellen Beginn stehen die Bedürftigen vor der Bochumer Kofabrik Schlange. „Wir sind einmal im Monat auf der Straße unterwegs und kommen mit den Menschen ins Gespräch“, sagt Kersting weiter. Im vergangenen Jahr haben das Angebot insgesamt 150 Personen in Anspruch genommen. Auch in diesem Jahr ist mit einer ähnlichen Anzahl gerechnet worden.
Aufgrund dieser Aktion können sich die meist obdachlosen Menschen für ein paar Stunden im Warmen aufhalten und bekommen neben Waffeln und Getränken auch frisch belegte und draußen im Ofen gebackene Pizza. Pizza Lillo hat den Teig gespendet. Dadurch können insgesamt 44 Bleche gebacken und dann verteilt werden. „Ohne Spenden geht es nicht“, so Kersting weiter. Auch die 150 Eier für die frisch zubereiteten Rühreier sind gespendet worden.
Spenden ermöglichen warme Mahlzeiten
Die Veranstaltung lebt vom Miteinander. Brauchen die Menschen in Not beispielsweise warme Kleidung, ist dies auch möglich. An einer Ecke des Raumes befindet sich ein kleiner Tisch mit warmer Kleidung, eine Kleiderstange mit warmen Jacken ist ebenfalls vorhanden. „Es gibt ein Netzwerk aus anderen Hilfsorganisationen, mit denen wir zusammenarbeiten“, so Kersting. Mit dabei ist unteranderem „Hilfe aus dem Kofferraum“, die heimatlosen Menschen direkt aus dem Auto heraus hilft. Beispielsweise geben die Helfer dann Schlafsäcke für Obdachlose aus, die dringend benötigt werden und als existenziell für ein Leben auf der Straße gelten.
„Gerade jetzt ist das wichtig“, erklärt Kersting. Bei Schnee und Kälte haben es Menschen ohne Dach über dem Kopf nicht leicht und müssen sich Schlafplätze suchen, die einigermaßen warm sind. Mit Schlafsäcken kann so ebenfalls geholfen werden. Dafür gibt es entsprechende Patenschaften.
„Ihr Pfand hilft Obdachlosen“ hilft nicht nur in der kalten Jahreszeit
Nach und nach werden es mehr Menschen in der Kofabrik. Später gibt es noch Musik von einem Gospelchor, bevor die Veranstaltung gegen 16 Uhr endet. Unter die Besucher hat sich Ralf Zumdick gemischt. Der ehemalige VfL-Keeper kennt die Arbeit und den Verein schon sehr lange. „Ich sehe mich als eine Art Schirmherr“, sagt Zumdick. Die Arbeit des Vereins habe er bei einem Treffen der Fanclubs Blue-White-Malibu-1848 und Bochumer Herzschlag erfahren. „Ich wurde gefragt, ob ich mitmachen möchte“, erinnert sich Zumdick. Inzwischen hilft er selbst auch bei den Sammelaktionen an einem der sechs Partner-Getränkemärkte mit. „Ich finde es eine gute Sache, Menschen in Not zu helfen. Die Aktion ist gut. Es kommt alles da an, wo es gebraucht wird. Deshalb unterstütze ich den Verein gerne“, sagt Zumdick abschließend.
Auch in diesem Jahr wird der Verein regelmäßig vor Getränkemärkten stehen und um Pfand bitten. Denn das Flaschenpfand geht beispielsweise an die Bochumer Suppenküche, die Bahnhofsmission oder die Obdachlosenhilfe „Bodo“. Montags sind sie ebenfalls vor dem Musikforum unterwegs und verteilen dort belegte Brote, Hygieneartikel und Getränke. Inzwischen hat der Verein mit sechs Getränkemärkten aus der Region eine Partnerschaft, wo regelmäßig Flaschenpfand gesammelt wird. Ganz nach dem Motto: „Jede Flasche zählt“.
