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Prostatakrebs ist in Westfalen-Lippe weiterhin die häufigste Krebserkrankung bei Männern. In 2023 konnten erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie wieder steigende Zahlen bei der Inanspruchnahme von Prostatakrebs-Früherkennungsmaßnahmen verzeichnet werden. Foto: AOK/colourbox/hfr.
Die Teilnahme an Früherkennungsuntersuchungen für Prostatakrebs ist im Jahr 2023 unter gesetzlich krankenversicherten Männern erstmals wieder gestiegen. Das zeigt eine aktuelle Analyse des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO). Besonders in Westfalen-Lippe wurden im Vergleich zu 2019 rund 4,3 Prozent mehr Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch genommen.
Während der Corona-Jahre war die Beteiligung deutlich zurückgegangen. Im Jahr 2021 lag sie dort 4,4 Prozent unter dem Niveau von 2019. 2022 betrug der Rückstand noch 2,3 Prozent. Im ersten Quartal 2023 setzte eine Trendumkehr ein, die sich im Gesamtjahr fortsetzte.
Prostatakrebs ist laut aktuellen Zahlen die häufigste Krebserkrankung bei Männern in Deutschland. Jährlich erhalten etwa 60.000 Männer eine entsprechende Diagnose. Die Erkrankung tritt überwiegend im höheren Alter auf. Männer ab 45 Jahren wird empfohlen, regelmäßig zur Vorsorge zu gehen.
Ein Prostatakarzinom entsteht durch unkontrolliertes Zellwachstum in der Vorsteherdrüse. Diese liegt unterhalb der Harnblase und umschließt die Harnröhre. Im Frühstadium verursacht der Krebs oft keine Beschwerden. Hinweise liefern unter anderem ein erhöhter PSA-Wert oder ein auffälliger Tastbefund. Mögliche Symptome sind häufiger nächtlicher Harndrang, schwacher Harnfluss oder Blut im Urin. Diese Anzeichen können aber auch auf gutartige Erkrankungen hinweisen.
Trotz der positiven Entwicklung bleibt laut Experten noch Potenzial für mehr Beteiligung. Informationsangebote bieten unter anderem das Deutsche Krebsforschungszentrum (www.krebsinformationsdienst.de) und die AOK (www.aok.de/nw, Stichwort „Prostata“).
