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Am 8. Juni 1321 verlieh Graf Engelbert auf der Burg Blankenstein Bochum die Stadtrechte. Zunächst als „Kreisstadt“ folgte eine bewegte Vergangenheit über sieben Jahrhunderte. Hier gibt es eine kleine Zusammenfassung der wichtigsten Ereignisse der Stadtgeschichte.
Das Dokument, welches am 8. Juni 1321 auf der Burg Blankenstein überreicht wurde, beinhaltete die Grundlagen einer Stadt. Es bezog sich auf die Handlungs- Selbstbestimmungs- und Marktrechte.
Die erste Erwähnung der Stadt findet man etwas früher. Im Jahr 1041 wurde Bochum in einer Urkunde des Erzbistums Köln genannt. Gut 200 Jahre später geht Bochum in den Besitz der Grafen von der Mark über, nachdem Adolf I. von der Mark und Dietrich von Isenberg einen Friedensvertrag schlossen.

Als im Jahr 1725 bereits 25 Bergwerke auf dem Stadtgebiet lagen, hätte bereits die Blütezeit der Stadt beginnen können, wurde jedoch vom siebenjährigen Krieg zwischen 1756 und 1763 ausgebremst. Nach dem Friedenvertrag von der Hubertusburg war Bochum komplett verarmt und musste sich neu aufbauen. Ein Garant für den Aufschwung war weiterhin die Kohle.
Es dauerte bis zum Jahr 1802, als Dampfmaschinen die schwere Arbeit im Bergbau erleichtern sollte. Ein weiterer Krieg bremste die Region aber erneut aus. Es war Napoleon, der zwischen 1806 und 1815 die Stadt und die Region besetzt hielt. Erst 1842 erreichte die Industrialisierung einen weiteren Meilenstein, als der erste Tiefbauschacht Westfalens in Bochum erreicht wurde. Gut neun Jahre später wurde dann auch die erste Eisenhütte gegründet. 1860 wurde Bochum dann an das Gleisnetz zwischen Dortmund und Oberhausen angebunden. Die Einwohnerzahl hatte zu diesem Zeitpunkt die 10.000er-Marke übertroffen.

Im Jahr 1921 kam mit dem Haus Kemnade eine Immobile jenseits der Stadtgrenzen in den Besitz der Stadt. Zwei Jahre später wurde die Stadt durch französische Truppen besetzt.

Das Bochumer Rathaus wurde am 20. Mai 1931 eröffnet. Der Bau dauerte fünf Jahre. Die Kosten beliefen sich auf 9,25 Mio. Reichsmark. Architekt Karl Roth aus Darmstadt schuf dabei ein modernes Bürogebäude mit 329 Räumen. 1964 erhielt der Bau einen sogenannten Paternosteraufzug, der bis heute in Betrieb ist.
Die Zeit des NS-Regimes begann 1933 wie in allen deutschen Städten. Seit dem wurden politische Gegner verfolgt und verhaftet. Die Reichsprogromnacht sorgte 1938 auch in Bochum für negative Schlagzeilen. Zwischen 1940 und 1943 wurden mehrere Bunker in der Stadt gebaut, die vor allem bei den Flugzeugangriffen 1943 vielen Menschen das Leben retteten. Bei 150 Luftangriffen wurden rund 550.000 Bomben auf das Stadtgebiet geworfen. Bis zum Einmarsch der Amerikaner im Jahr 1945 mussten ca. 32.500 Zwangsarbeitern in Bochum in gut 100 Lagern unter grausamen Bedingungen arbeiten.


Ein wichtiger Bestandteil des Strukturwandels sollte im Jahr 1965 die Gründung der Ruhr-Universität darstellen. Bereits acht Jahre später schlossen mit den Zechen Hannover und Hannibal die letzten Zechen in der Stadt. Aufgrund fehlender Gelder wurde 1975 Wattenscheid in die Stadt eingemeindet.



Bochum hat seit März 2020, wie jede andere Stadt auf der Welt, unter dem Corona-Virus gelitten. Dadurch kann auch das Stadtjubiläum nicht so ausfallen kann, wie geplant. Dennoch sorgen die beiden Aufstiege des VfL Bochum 1848 und den VfL SparkassenStars Bochum für eine positive Stimmung und Optimismus, im September die Feierlichkeiten nachzuholen.
Die Geschichte der Stadt ist noch lange nicht zu Ende.
